Sonnenaufgang

In der Stille liegt die Kraft: Wo wir den Sinn des Lebens finden können und dabei herausfinden, was wir wirklich wollen.

Lebensweg, Was will ich wirklich?

Weshalb der Rückzug aus dem Alltagsleben zwingend notwendig ist, um uns selbst zu erkennen. 

Lesezeit: ca. 8 Minuten.

In einem der letzten Artikel habe ich erzählt, wie wir unsere Lebenszeit in sinnfreien Meetings in sinnlosen Jobs vergeuden. Und von meinem Erlebnis als naiver Auszubildender, als ich dachte, Meetings seien ein Geschehen, wo wichtige Menschen wichtige Entscheidungen treffen.

Seitdem ich weiß, dass es dort sprichwörtlich um Klopapier geht, weiß ich, dass Meetings unwichtig sind. 

Wichtig ist nur eine Art von Meeting: Das Meeting mit uns selbst. Ein Meeting, von dem wir nachhaltig profitieren, anstatt unsere Zeit zu verschwenden. 

In einem Meeting mit uns selbst beschäftigen wir uns, mangels anderer Teilnehmer, naturgemäß ausschließlich mit uns selbst. Mit den tiefen Wünschen, die wir in unserem Inneren hegen und pflegen, die im lauten Alltagsleben so selten Platz finden. 

Wir können in solchen Meetings mit uns selbst auf Spurensuche gehen, um herauszufinden, wer wir sind und was wir im Leben wollen. 

In diesem Artikel möchte ich eine Art Anleitung für ein solches Meeting geben, da ich mir vorstellen kann, dass nicht jeder von Haus aus weiß, wie ein solches Meeting mit sich selbst ablaufen kann. 

Zunächst gibt es für ein Meeting mit uns selbst eine goldene Regel: Grundvoraussetzung ist, dass wir Zeit mit uns alleine verbringen. Und das an einem Ort, der nicht unser Homeoffice-Büro zuhause im Keller ist. 

Ein solches Meeting mit uns selbst braucht Abstand. Raum von unserem vollgestopften Alltagsleben, welches uns so wenig Platz für Selbsterkenntnis und Erfüllung lässt. 

Also rate ich dazu, Zeit und Raum einzuräumen, um auf Spurensuche zu gehen, herauszufinden, was der Sinn des Lebens ist und wie es für uns konkret weitergeht. 

Eine Berghütte ist ein Ort, wo genügend Raum und Zeit zur Verfügung stehen. Dort, wo sich Hase und Igel »Gute Nacht« sagen, ist garantiert kein Platz für das stressige Alltagsleben, welches uns langsam, aber sicher in den Wahnsinn treibt. 

Vor einiger Zeit machte ich mich selbst (mal wieder) auf eine »Expedition Berghütte«. Ich musste Ruhe finden und Abstand von meinem stressigen 12-Stunden-Job im Vertrieb gewinnen. Ich liebte, was ich tat, doch machte mir ein Führungskräfte-Wechsel und die zunehmende »Ver-corporatisierung« des Unternehmens zu schaffen. 

Erst später im Leben lernte ich, dass die meisten von denjenigen, die heute Chefs sind, es in diesem Leben lernen, Chef zu sein. Sonst könnten sie es ja schon. Aber das ist ein anderes Thema. 

Jedenfalls igelte ich mich in meiner Berghütte, okay, es war ein entlegenes Naturhotel, ein, um mich selbst zu finden. 

Was geschah, ist das, was immer geschieht, wenn Menschen das tun. Zunächst kreisen 1 Trilliarde Gedanken durch unsere Köpfe. Wir überlegen die unwichtigsten Dinge und haben überhaupt keinen Raum, um uns mit uns selbst zu beschäftigen. Selbstfindung ist kein Sprint, es ist ein Marathon, auch auf solchen Berghütte-Expeditionen. 

»(…) Eine Leere, die nur dann entstehen kann, wenn wir uns bewusst aus unserem Alltag (…) herausziehen.«

Als jedenfalls alle Alltagsgedanken gedacht waren, entstand da plötzlich diese Leere. Eine Leere, die nur dann entstehen kann, wenn wir uns bewusst aus unserem Alltag und allen Verpflichtungen herausziehen. 

Und diese Leere gilt es, auszuhalten. Denn schnell ertappen wir uns dann dabei, dass wir sie mit alltäglichem, gedanklichem Müll vollladen, was wir im Alltag ohnehin den ganzen Tag tun. 

Diese Leere ist, wenn wir uns darauf einlassen, der Schlüssel in unser Innerstes. Wir stoßen die Tür auf und erhalten plötzlich Erkenntnisse über uns selbst, die wir nicht für möglich gehalten haben. 

Unsere Intuition ist wieder da. Jenes hervorragende Tool, welches wir im Alltag nur zu gerne überhören, da wir zu sehr damit beschäftigt sind, das Leben aufrecht zu erhalten, was uns eigentlich unglücklich macht. 

Viele Menschen sind sich bewusst, dass sie Ruhe benötigen, einen Raum, um sich mit sich selbst zu beschäftigen. Um herauszufinden: »Was will ich?«. 

Und doch unternehmen die meisten Menschen exakt gar nichts dafür. Sie leben tagein tagaus ihr Leben weiter, verkennen das Potential und das authentische Leben, was in ihnen steckt und werden über die Jahre fettleibig und krank, weil sich die Seele nicht mehr anders zu helfen weiß, als Krankheit und Unbehagen zu senden. 

War das zu deutlich? Zu offensichtlich? 

Ich konnte viele meiner Klientinnen und Klienten beobachten, die genauso handelten. Sie kamen zu mir, um den Sinn ihres Lebens herauszufinden. Damals dachte ich noch, als Coach sei dies meine Aufgabe, Menschen dorthin zu führen. Pustekuchen. Aber auch das ist eine andere Geschichte. 

Jedenfalls kamen wir ein ums andere Mal an den Punkt in meinen Beratungen, wo es darum ging, dass ein Abstand aus dem Alltagsleben notwendig sei, um tiefgreifende Antworten über das eigene Selbst zu erhalten. 

Ein ums andere Mal verabschiedete ich meine Klienten aus meiner Coaching-Praxis im Herzen von Nürnberg und es geschah bis auf wenige Ausnahmen immer das Selbe. 

Nach zwei bis drei Wochen hakte ich nach, wie denn das »Erlebnis Berghütte« gewesen sei und hörte vor allem eins: Ausreden. Das wichtige Projekt musste noch schnell fertig gemacht werden. Die Katze war krank und Oma Gertruds 70. Geburtstag bereite sich nun einmal nicht von alleine vor. 

Verstehen wir uns nicht falsch: Ich bin mir dessen bewusst, dass wir ein Leben, ja ein soziales Umfeld haben. Aber wenn es darum geht, dass wir (endlich) herausfinden, wer wir sind, weshalb wir auf einem Planeten namens Erde leben und wie wir unsere weitere Lebensreise gestalten, braucht es nun mal etwas Priorität für uns selbst. 

Sonst wird das nix mit der Selbsterkenntnis. 

Ich lade meine Leserinnen und Leser vehement ein, sich auf das »Experiment Berghütte« einzulassen. Trauen Sie sich, sich zur Priorität und zur Nummer eins in Ihrem Leben zu erklären. Ihr Partner, Ihre Kinder und selbst Ihr Arbeitgeber, bei dem Sie montags wieder im sinnfreien Meeting sitzen, wird es Ihnen danken. (Vielleicht sind Sie auch ein wichtiger Mensch, der wichtige Entscheidungen trifft. Dann verzeihen Sie bitte. Und das ist alles mit einem Augenzwinkern gemeint, ich hoffe das kommt rüber.) 

Für jene, die nun ernsthaft in Erwägung ziehen, eine solche Expedition zu sich selbst zu machen, habe ich fünf Tipps, die ihnen dabei helfen werden, das Maximale aus dieser Erfahrung herauszuziehen. 

  1. Fahren Sie weit. Mindestens 150 Kilometer von Ihrem Wohnort. Wenn sich die Landschaft ändert, verändert sich auch unser Denken. Alltagsgedanken nehmen ab und Sie können endlich einmal wieder freier atmen. 
  2. Haben Sie keine Angst vor der Leere. Diese Leere ist es, die wir im Alltag so erfolgreich verdrängen, weil sie uns Angst macht, da wir mit unserer wahren Größe in Berührung kommen. Leere ist etwas Feines und wichtig für unsere Entwicklung. Fragen Sie mal einen Buddhisten. 
  3. Kein Smartphone. Kein Laptop. Das Erste, was ich auf den Retreats, die ich anbiete, einkassiere, sind die Ablenkungsmaschinen der Teilnehmer. Fünf Tage ohne Smartphone ist kaum vorstellbar, aber die meisten meiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer überleben es. Ich brauche Ihnen nicht zu erklären, weshalb es wichtig ist, das Ding nicht mitzunehmen. Sie wissen warum. Lassen Sie es maximal im Auto, sollten Sie es als Navi nutzen. 
  4. Keine Scham, kein schlechtes Gewissen. Ihr Mann oder Ihre Frau liebt sie und will nur Ihr Bestes (sollte dies nicht der Fall sein, think about it…). Ihre Kinder verdienen die beste Version von Ihnen, oder? Wenn Sie also in Selbstfindungsmission unterwegs sind, werden es Ihnen Ihre Liebsten danken. Denn je authentischer Sie zurückkommen, je mehr Sie bei sich selbst ankommen, desto glücklicher sind Sie. Und das multipliziert das Familienglück exponentiell. 
  5. Halten Sie das, was Sie erlebt haben, fest. Notieren Sie sich die Antworten, die Sie jenseits oder innerhalb der Leere erhalten. Stellen Sie Fragen. Fragen Sie sich und Ihre Intuition alles, was Sie wissen möchten. Selbstdialoge sind kein psychologisches Warnsignal, sondern sie sind überaus wichtig für die psychische Gesundheit. Also keine Scham vor einem ausgiebigen Selbstgespräch und halten Sie alles schriftlich fest. Ein halbes Jahr danach werden Sie sich selbst dafür danken. 

Das waren meine fünf Tipps für Ihre ganz besondere Erfahrungsreise zu sich selbst, in der Stille einer fernen Berghütte. 

Tun Sie es. Sie verdienen es, sich selbst richtig kennenzulernen und authentisch(er) zu leben. Leben Sie die beste Version von sich und verzaubern Sie Ihre Welt. 

Der Anfang, kann ein einsames Wochenende auf einer verlassenen Berghütte sein.

Von Herzen,   

Manuel J. Kugler

»Berufung finden« – das Buch

Ein Leben zu leben, welches uns im Grunde unseres Herzens unglücklich macht, ist nicht erstrebenswert. Was wäre wenn es eine Möglichkeit gäbe, sich voll zu erfahren, zu erkennen wer man ist, und was man wirklich will im Leben?

  • Buch Teil 1: Was ist eine Berufung und weshalb ist es mehr, als nur ein Beruf?
  • Buch Teil 2: Wie man seine Berufung nicht findet
  • Buch Teil 3: 12-Schritte zur eigenen Berufung. Der Herzenssuche-Prozess.
  • Buch Teil 4: Alle Stolpersteine aus dem Weg: Die eigene Berufung wirklich leben.
  • Buch Teil 5: Geschichten über Menschen, die ihre Berufung fanden und leben

Das Buch ist für alle Menschen geschrieben, die fühlen, dass es mehr als die westliche Standardvorstellung aus Geburt-Schule-Ausbildung/Studium-Job-Rente-Tod gibt.

Es nimmt jeden and die Hand zur eigenen Berufung, der  sich wirklich auf das Buch einlässt.

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