Er ist ehrfürchtig und impulsiv zugleich, strahlt Ruhe aus und ist doch unstet. Mal zeigt er sich so groß wie die Erde selbst und offenbart voll stolz sein gesamtes Sein. Mal ist er ganz klein, wirkt beinahe schüchtern und präsentiert nur wenig von seinem großartigen Selbst. Heute jedoch zeigte er sich in seiner ganzen Pracht. Riesengroß und von unglaublicher Schönheit, gold-gelb leuchtend, zu Beginn beinahe ins Orange schimmernd, erhob er sich über dem Meeresspiegel und verschmolz mit der Wasserlinie am Horizont. Am Himmel hingen einige Wolken; manche seicht und durchsichtig, manche schwer und dunkel. Doch der Mond leuchtete – ganz gleich ob vor ihm eine Wolke am Himmel erschien oder nicht. Der Mond leuchtet einfach weiter; egal was sich vor ihm oder hinter ihm auftut. Da schoss es mir plötzlich in mein Gewahrsein: Ich erkannte, dass es bei uns Menschen ähnlich ist. Im Grunde unseres Herzens, unseres wahren Seins, leuchten wir immer. Wir können nicht nicht leuchten, dies ist ausgeschlossen. Manches Mal mögen Wolken unser Leuchten, von außen betrachtet, überdecken. Doch in Wahrheit leuchten wir dahinter noch immer, ganz gleich was von außen gesehen wird. Der Mond kann nicht aufhören zu leuchten, dies ist seine Existenz. Der Mensch kann ebenfalls nicht aufhören zu leuchten, denn es ist dieses Leuchten, dass unsere Welt erschafft. Es ist auch seine Existenz. Es ist das Leuchten der Seele, die sich ausdrückt – auch wenn sie nicht immer gesehen wird. Ganz gleich was auch gesehen mag, der Mond leuchtet. Egal was auch geschieht, du – unsterbliche Seele – leuchtest immer. Der Mond käme nie auf die Idee, seine Existenz zu hinterfragen, er ist sich im klaren darüber, dass er leuchtet. Eine Katze würde ebenfalls nie auf die Idee kommen, die Existenz hinter ihrem Sein zu hinterfragen. Sie ist einfach. Nur Menschen hinterfragen ihre Existenz und bedienen sich der fehlerhaften Annahme, dass Sie das Leuchten erst lernen müssten. Seit Anbeginn allen Seins in diesem Universum, leuchtet der Mond. Seit Anbeginn allen Seins, dessen Teil du bist, leuchtest auch du. Würde der Mond in Frage stellen ob er leuchtet? Dies ist der Zweck seiner Existenz, also was glaubst du würde gesehen? Würde sein leuchten noch heller werden? Würde es dunkler werden oder gar erlöschen? Nichts davon würde geschehen, er würde einfach weiter leuchten. Und so ist es auch mit dir: Wie sehr du deine Existenz auch hinterfragst und mit dem Verstand nach Antworten suchst; du wirst niemals aufhören können das Leuchten deiner Existenz zu sein. Du bist bereits alles. Du bist komplett und du bist gut so wie du bist. Du bist ein inkarnierter Teil von allem-was-ist. In dir steckt die göttliche Manifestation – Gott die Urquelle, das Leben und das Universum drücken sich durch dich aus. Das sind doch eine Menge Gründe weshalb du aufhören kannst dein leuchten zu hinterfragen. Der Mond interessiert sich nicht für die Wolken die sich vor ihm auftun. Er konzentriert sich einfach auf sein leuchten und erlaubt den Wolken zu sein. Das ist die Fabel für dich und deine Gedanken: Konzentriere dich auf dein wahres Sein jenseits von Verstand und Ego und kümmere dich nicht weiter um sie. Lasse Gedanken Gedanken sein und fühle die Gefühle, die durch dich hindurch wollen. Stelle dich ihnen nicht in den Weg sondern erlaube ihnen, durch dich wie ein Gefäß hindurch zu fließen. Der Mond würde nicht auf die Idee kommen, die Wolken die vor ihm sind zu verändern. Was hätte er auch davon? Und doch tun die Menschen das scheinbar ständig. Wir versuchen unsere Gedanken – so sie denn wahrgenommen werden – zu verändern. Doch lass dir gesagt sein, dass das Verändern der Gedanken ein steiniger und weiter Weg ist, an dessen Ende du feststellen wirst, dass die Anstrengung sehr groß war. Anstatt dein Denken und deine Gedanken verändern zu wollen, entziehe ihnen lieber die Aufmerksamkeit. Richte deinen Fokus auf das, was du wirklich bist. Auf die unsterbliche Wahrheit, die sich einen Körper erschaffen hat, um Erfahrungen darin in der physischen Welt zu machen. Es gibt keinen Anfang und kein Ende für deine Gedanken. Sie sind einfach da. Lasse sie da sein, wo sie sind und sei wie der Mond: Konzentriere dich auf dein eigenes Leuchten, was aus den tiefsten Tiefen deines Seins empor steigt und dein Leben in ein einziges Wunder verwandelt. 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

diese kleine Ode an den Mond ist durch mich hindurch geflossen, als wir, meine wunderbare Frau und ich, abends aus dem Fenster blickten und ein Schauspiel sonders gleichen geboten bekamen. Wir sahen den Mond in seiner ganzen Pracht – ein unwirklich erscheinendes Wunder, groß und erhaben, mächtig und erstaunlich zugleich. Wir blickten auf das Meer und sahen wie sich der Mond empor stieg: Der Horizont bestand fast nur noch aus Mond und selbiger erhob sich majestätisch von der Wasseroberfläche, um rasch zu seinem abendlichen Gemach im Himmel aufzusteigen. Leuchtend weiß-gelb, fast ins Orange hinein schimmernd, bahnte er sich seinen Weg in den Himmel hinauf. 

In diesem Moment wurde mir etwas bewusst: Wir sind wie der Mond, doch erinnern uns nicht daran. Wir blicken auf uns und unser Leben und verkennen dabei vollkommen, wer wir wirklich sind. Wir sind alles Leben und alles Leben sind wir. In jeder und jedem einzelnen von uns steckt alles Wissen aus dem gesamten Universum und der gesamten Schöpfung, die weit über dieses Universum hinausgehen, weil wir all das sind. Wir sind das Universum und alles was existiert. Der Mythos der Trennung funktioniert sehr gut in den oberflächlichen Schichten unseres Bewusstseins, was wir als Verstand bezeichnen. Dabei ist weiter unten in eben diesen Schichten ganz klar, wer oder was wir sind und wozu wir hier auf der Erde verweilen. Als unsterbliche Existenz allen Seins in reiner Perfektion, wäre es uns nicht möglich, auch nur eine Erfahrung zu machen (mit Ausnahme der Erfahrung, dass es keine Erfahrung gibt). Deshalb entstand die Erde und dieses Universum drumherum. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, wer wir wahrhaft sind. Wir sind das Göttliche was sich in jedem vermeintlichen Augenblick des Lebens manifestiert. Wir verleugnen diese Identität damit es möglich wird, Erfahrungen zu machen, da wir sonst wüssten, wer wir wirklich sind und so das Spiel des Lebens von vornherein überflüssig machen würden. Wir denken unser Leben ist die Wolke, die vor dem Mond im Himmel schwebt, versuchen andauernd diese Wolke zu verändern und sie nach unseren Wünschen, mit allen irdischen Anstrengungen, anzupassen. Doch in Wahrheit sind wir der Mond. Und der Mond muss sich nicht anstrengen, er weiß, dass er leuchtet und das dies seine Existenz ist. 

Der Mond muss niemandem etwas beweisen. Er muss nichts erreichen oder sich in etwas entwickeln. All seine Entwicklung in den unterschiedlichen Mondphasen geschieht ganz natürlich und er geht vom Sichelmond im Neumond bis in den Vollmond hinein, den wir heute Abend bestaunen durften. Der Mond ist vollkommen und so bist du es auch. Wäre der Mond ein Mensch, würde er nicht erkennen das er bereits scheint, weil er krampfhaft versuchen würde herauszufinden, wie dieses scheinen funktioniert. Wir Menschen sind eine besondere Spezies. Eine solche die verlernt hat, sich an ihre wahre Existenz zu erinnern und daran, dass alles so vollkommen ist, dass jedes Wort, dass diesen Zustand zu umschreiben versucht hinlänglich zum scheitern verurteilt wäre. Mit anderen Worten: Wir sind perfekt so, wie wir sind. Das Einzige was zu tun ist, ist sich daran zu erinnern. Vielleicht können wir ja den Mond als Vorbild nehmen…

Alles liebe & auf bald, 

Manuel Joseph Kugler 

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Als spiritueller Lehrer und Wegbegleiter lehre ich den Weg ins Innere um zu erkennen, wer wir in Wahrheit sind. Wer sein inneres Licht wieder entdeckt, braucht keine Hilfe von Außen. Er entdeckt seine wahre Berufung, ist in der Lage sich körperlich und seelisch zu heilen und sein Licht mit der Welt zu teilen. Dieser Artikel ist aus genau jener Motivation entstanden und es erfreut mein Herz jedes Mal ins Unermessliche, wenn „jemand“ es schafft, sich zu erinnern, wer er in Wahrheit ist. Neben der Veröffentlichung von Artikeln, biete ich spirituelle Lesungen & Seminare an, bei denen jeder Willkommen ist, der mehr über seine wahre Natur erfahren möchte. Zu den Lesungen geht es hier und zu den Seminaren hier.